Beispiele
Seminare & Workshops
3-tägiges Seminar
Studium Fundamentale
Medizinische Hochschule Brandenburg
2023-2026 jeweils 1x FS/WS
Im Hinduismus gilt: alles Lebendige pulsiert. Ein gutes Beispiel hierfür ist der Herzschlag, er verändert sich ständig, reagierend auf innere und äußere Faktoren. Diese Veränderungen wiederum beeinflussen unser Befinden und unser Spannungsverhältnis zu dem, was uns umgibt.
Um Herstellung besonderer Spannungsverhältnisse geht es auch beim Rhythmus in der Musik. Über ihn lassen wir uns in besondere physische und emotionale Zustände versetzen. Wir (er)kennen das, wenn wir ein Musikstück hören, dessen „Groove“ uns aus Gründen „mitreißt“, die wir zumeist logisch gar nicht erfassen können und auch wollen. Gänsehaut, Bewegungsdrang, es hat etwas Magisches. „Der Rhythmus, bei dem man mit muss“ ist ein besonders intensiv gespielter Groove, der auf einer besonderen Pulsgeschwindigkeit abläuft. Intensität kommt dabei durch Wiederholung und ein besonderes „Timing“. Wenn wir uns davon nicht nur emotional wegtragen lassen, sondern zugleich auch analytisch ansetzen, erkennen wir: Rhythmus ist Mathematik und zugleich filigrane Sequenzierung komplexer Zeitabläufe, wie wir ihnen auch auf ganz anderen Feldern- ganz besonders auch in medizinischen Teamwork-Kontexten- täglich begegnen.
Was bedeutet es also wirklich „am Puls der Zeit“ zu sein? Oder vor dem Puls, oder danach? Es geht also um das Phänomen der Zeit, wie wir sie (er)leben und was wir mit ihr machen: individuell und auch gemeinsam!
Dieses Seminar möchte genau hier ansetzen: über ein intensives Praxis-Wochenende bekommen Studierende unter Anleitung eines Rhythmus-Experten, Meister-Perkussionisten und Musikhochschuldozenten die Möglichkeit, in die Magie des Rhythmus’ mit all seinen Facetten praktisch einzutauchen und darüber auch theoretisch zu reflektieren.
Der Kurs ist auch geeignet für Menschen, die eigentlich sicher sind, dass sie nicht oder nur wenig musikalisch sind!
3-tägiges Seminar
Studium Fundamentale
Medizinische Hochschule Brandenburg
2019-2023 jeweils 1x FS/WS
Am Anfang war das Spiel, sagt der niederländische Kulturhistoriker Johan Huizinga.
Und entwirft in seinem Klassiker Homo Ludens (der Mensch als Spielender) eine durchaus augenzwinkerndes Gegenmodell zur anthropologischen Idee des Homo Faber (der Mensch als Herstellender). Homo Ludens „spielt“ kontinuierlich und wird dabei begleitet von einem Gefühl der Spannung und ernsthaften Freude und Bewusstsein eines temporären Aus dem Alltag Austretens.
Das Spiel(en) hat Regeln, denen sich die Spieler freiwillig unterwerfen. Ambitionierte wissen diese Regeln auszureizen. Betrüger manipulieren sie, was beim „Auffliegen“ Empörung und zumeist Ausschluss des Betrügers aus dem Spiel nach sich zieht. Die Spieler bilden im Spiel eine ad hoc-Gemeinschaft, die aus der anonymen Vielheit heraustritt und in einem von der Wirklichkeit abgegrenzten Raum mit großem Ernst ihr eigenes „Ding“ macht, darüber (wenn es gut läuft) zu einer Art eigener Organismus wird.
Dieses Seminar möchte genau hier ansetzen:
Anhand einer Auswahl gemeinsam realisierter Spielsituationen, die auf besondere Art(en) der Organisation der gemeinsamen Handlung im Raum basieren, möchte es Situationen initiieren, die es erlauben, Gruppendynamik(en) und individuelles Handeln auf ungewöhnliche Manier zu erkunden und erfahren. Und dabei über sich selbst hinauszuwachsen.
Situationen und Prinzipien des Miteinanders, die auch im Alltag ärztlichen Handelns eine Rolle spielen können, zeigen sich hier einmal von einer ganz anderen Seite.
Dabei wird nach allen Regeln der Kunst experimentiert werden: von der Musik über das Theater bis zur Kunst-Performance werden wir in wechselnden Konstellationen unterschiedliche Modelle ausprobieren, analysieren, diskutieren und dabei viel Neues erfahren, wie auch Bekanntes neu entdecken!
2 tägiger Workshop
MHB-Summer School zum Thema "Das Ende des Lebens als Teil des Lebens" August 2023
In einer abgelegenen Gegend Rumäniens liegt das Dorf Săpânţa. Dort findet man den „Cimitirul Vesel“, den „fröhlichen Friedhof“. Die Dorfgemeinschaft hatte sich vor ca. 40 Jahren für einen ungewöhnlichen Modus des Totengedenkens entschieden: man erlaubte einem lokalen Bildhauer, für die Gräber aller neu verstorbenen Gemeindemitglieder hölzerne Kreuze zu schnitzen, auf denen in bunten Motiven, filigranen Ornamenten und textlich in folkloristischer Versform auf dezidiert lustiger, mitunter aber auch deftig-ironischer Manier die Geschichte der Verstorbenen beschrieben sind.
Dieser Ort ist in Europa einmalig, er repräsentiert aber eine sich in den unterschiedlichsten Kulturen manifestierende Praxis des Totengedenkens unter Einbezug eines ganz besonderen Humors, der irgendwo zwischen hintergründiger Fröhlichkeit und liebevoller Melancholie zu verorten ist. Hier stellt sich natürlich die Frage, welche Resonanzen diese besondere Trauerpraxis bei den Hinterbliebenen und auch bei uns aus der Ferne Beobachtende erzeugt?
Um das herauszufinden, werden wir am ersten Tag des Workshops eine remote Erforschung besagten Friedhofs unternehmen. Anschließend werden wir exemplarisch auf weitere ungewöhnliche Praktiken des Totengedenkens in unterschiedlichen Kulturen eingehen und darüber diskutieren.
Am zweiten Tag wird es zu einer praktischen künstlerischen Arbeit mit einem kollektiven Kunstwerk als Resultat kommen: wir nähern uns dem Modell „Fröhlicher Friedhof“ an, indem wir selbst unser eigenes Exempel eines derartig gestalteten Gedenktortes für Neuruppin entwerfen und ihn für einen Tag an einem ausgewählten Platz in unmittelbarer Umgebung zur Summer School installieren!
Der Workshop wendet sich an alle, die sich für die besondere Verbindung eines sensibilisierten Bewusstseins für verantwortungsvoll-pietätvolles Gedenken mit der Möglichkeit eines reflektierten und zugleich fantasie- und humorvollen künstlerischen Dichtens und Werkens interessieren.
1 tägiger Workshop
MHB-Summer School zum Thema "Der Anfang des Lebens"
August 2025
Eine "Willkommensmusik" für Wöchnerinnen und ihre Neugeborenen
In diesem Workshop lernen die Teilnehmenden, wie mithilfe von KI-gestützten Tools Musik und Songtexte erstellt werden können, die für die Zeit kurz nach einer Geburt eine Rolle spielen können – ganz ohne musikalische Vorkenntnisse.
Dabei wird in Kleingruppen experimentiert werden, wie sich für Mutter und Kind ein individualisiertes "Willkommenslied" produzieren lässt. Hierfür werden wir uns mit von uns während des Workshops „imaginierten“ Personen und Situationen im Kontext einer Geburt beschäftigen und darüber das jeweilige „Material“ für die jeweilige Komposition generieren und letztlich alles über KI zu einer Sammlung von „Geburtsliedern“ zusammenführen. Nach der Produktionsphase werden die Werke gegenseitig vorgespielt und diskutiert werden.
Der Workshop verbindet künstlerische, medizinische und psychologische Praxis im hochsensiblen Feld einer Geburt. Die Musik dient dabei nicht nur als liebevolles Präsent, sondern auch als Möglichkeit der emotionalen Reflexion, ja Verarbeitung eines sehr intensiven Lebensmoments – für alle Beteiligten.
Teilnahmevoraussetzung: gut laufender Laptop mit aktualisierten Browsern & Kopfhörer, die zum Workshop mitgebracht werden, Erfahrung im Umgang mit KI-Programmen schadet nicht!
Alternative Spielhaltungen in Performance und Improvisation
Y-Institut der Hochschule der Künste Bern
5 tägiger Workshop
5x 2011-16
«Art is a crucial, dangerous operation we perform on ourselves. Unless we take a chance, we die in art» Morton Feldman
Diese Toolbox möchte anhand eines Kaleidoskops von Werkpraktiken jenseits des "Mainstreams" zeigen, wie sich zu einer stilunabhängigen Spielhaltung finden lässt – durch ein individualisiertes Handwerk im Verbund mit einer strengen Verspieltheit des Denkens und reflektierten Risikobereitschaft des Handelns.
Es werden prominente wie auch weniger bekannte Beispiele aus der Outsider Art, den Grenzbereichen der Improvisationskunst, der Underground-Folklore, Fluxus-Art, Trash-Performance, aber auch Konzepte des experimentellen Jazz, Rock und Pop bis hin zur Noise-Art ausgeleuchtet und in der Gruppe direkt in greif- und hörbare Ergebnisse umgesetzt.
Die Kursteilnehmenden erhalten so eine Palette an «Tools» mit auf den Weg, die ihnen Möglichkeiten eines alternativen Umgangs mit den eigenen Fähigkeiten im freien Changieren zwischen den Disziplinen aufzeigen soll.
Leitung: Maurice de Martin
(Komponist und Performer, Berlin)
Termin: Mo.–Fr. 12.–16.11.2012,
09.30–16.30
Ort: tba
Angesprochen sind ausdrücklich nicht nur MusikerInnen, sondern auch Interessierte aus allen anderen Disziplinen.
Y-Institut der Hochschule der Künste Bern
5 tägiger Workshop
FS 2013
Der Kurs stellt die Frage nach dem Verhältnis von Kunst und Alltag – und möchte die Möglichkeiten eines bewussten Aufeinandertreffens dieser beiden «Realitäten» erforschen. Im Zentrum unserer Arbeit wird eine künstlerische Recherchearbeit im öffentlichen Raum im Zeichen der Begegnung von Eigenem und Fremdem stehen.
Dafür werden wir fünf Tage lang in den gefühlten Alltagsraum unserer Realumgebung eindringen und nach den verborgenen Eigenarten gewisser Orte, Lebewesen und Objekte suchen. Über den Umgang mit Techniken der künstlerischen Beobachtung, Interpretation und Intervention werden wir so gemeinschaftlich erfahren, wie wir die «Wirklichkeit» als Inspirationsquelle für unsere künstlerische Arbeit nutzen können.
Leitung: Maurice de Martin
(Komponist und Performer, Berlin)
Termine: Mo.–Fr. 15.–19.4.2013
9.30–16.30
Ort: Zikadenweg 35
Der Kurs richtet sich an alle HKB-Disziplinen. Einzige Voraussetzungen sind Dialogfreude, Neugier und Aufgeschlossenheit gegenüber Unerwartetem. Ausserdem wäre der Besitz festen Schuhwerks von Vorteil.